Wir sprechen oft von Stärke, Leidenschaft und Mentalität, alles Eigenschaften, die uns als Fanszene ausmachen. Doch es ist nun einmal nicht alles Gold, was glänzt, und man kann nicht hinter jeden Menschen schauen. Vor allem im Fußball scheint oft kein Raum für Themen wie mentale Gesundheit zu sein. Nach außen herrscht Friede, Freude, Eierkuchen, doch wenn das Wochenende vorbei ist, stehen wir wieder allein im Alltag.
Die Probleme, die wir haben, verschwinden nicht.
Druck, Verantwortung, wenig Schlaf und Stress begleiten uns am Wochenende als Teil der Fanszene und unter der Woche wird es nicht leichter. Jeder hat seine eigenen Sorgen und jeder geht anders damit um. Der eine greift zu Alkohol oder Drogen, der andere flüchtet in noch mehr Arbeit. Kaum jemand traut sich, offen über das zu sprechen, was in ihm vorgeht.
Es ist an der Zeit, Tabus zu brechen.
Wahre Stärke zeigen wir nicht nur in unserer Leidenschaft auf den Rängen oder auf der Straße, sondern vor allem, wenn wir in schwachen Momenten füreinander da sind.
Stark ist, wer über seine Probleme spricht und sich Hilfe sucht, wenn es nötig ist.
Es schadet auch nicht, nach links und rechts zu schauen und das eigene Umfeld im Blick zu behalten. Es gibt viele Anzeichen für psychische Belastungen oder Krisen, in denen Menschen stecken. Bietet Hilfe an, hört zu und passt aufeinander auf – in guten wie in schlechten Zeiten.
Wir wollen auch in Zukunft mit voller Stärke die Eintracht und Frankfurt repräsentieren.
Das geht aber nur, wenn wir mental stabil sind und aufeinander Acht geben.
Wir sind eine Familie. Das darf keine leere Floskel sein, sondern muss gelebt werden.
Familie hält zusammen, immer.
Und wir sollten über alles sprechen können – egal wie schwer es ist.